Lateinischer Name: Cryptanthus
Kategorie: epiphytische krautige Pflanzen
Heimat: Tropen Süd- und Mittelamerikas
Cryptanthus – die kleinste „Erdstern“-Pflanze
Die Familie der Bromeliengewächse umfasst die Gattung Cryptanthus, die fünfundzwanzig Arten umfasst. Die Vertreter dieser Exoten haben keine Stiele. Eine große Anzahl verschiedenfarbiger, länglicher Blätter bilden winzige, ausgebreitete, auffällige Rosetten. Cryptanthus ist ein großer Liebhaber hoher Luftfeuchtigkeit, wie auch seine engsten Verwandten in Bezug auf die Haltungsbedingungen Gusmania und Vriesea.
Die Heimat des Cryptanthus sind die tropischen Dschungel Brasiliens. Diese wunderbare Pflanze wurde Ende des neunzehnten Jahrhunderts entdeckt und erschien sofort in europäischen botanischen Gärten und Terrarien.
Der Name der Blume bedeutet im griechischen: krypto – verbergen, anthos – Blume, was „verborgene Blume“ bedeutet, was plausibel klingt. Denn auf den ersten Blick sind die mit Blättern bedeckten Blüten überhaupt nicht sichtbar. Oft wird Cryptanthus als „Erdstern“ bezeichnet.
Cryptanthus-Arten
Cryptanthus acaulis
Mehrjährige, brasilienische, stammlose krautige Pflanze. Die ungewöhnliche Form der lanzettlichen Blattplatten verleiht der Pflanze ein besonderes Aussehen. Die Länge der grünen Blätter erreicht zwanzig Zentimeter. Sie sind leicht zugespitzt, die Ränder sind gezahnt und die Unterseite des Blattes ist mit Schuppen bedeckt. 15 wunderschöne Blätter bilden eine sternförmige Rosette, in der sich kleine, weiße, seltene Blüten befinden, die in Blütenständen angeordnet sind und von breiten, ovalen Blütenhüllblättern umgeben sind.
Cryptanthus bivittatus
Charakteristisch für Cryptanthus bivittatus ist eine mehrjährige Lebensdauer und eine krautige Wuchsform. Die schönen, zehn Zentimeter langen, hellgrünen, gezahnten und gewellten Blätter sind mit zwei Längsstreifen verziert. Sie bilden eine dichte, miniaturisierte Rosette mit einem Durchmesser von fünfzehn Zentimetern. Manchmal blüht die Pflanze mit ganz unscheinbaren, weißen Blüten.
Cryptanthus zonatus
Die ausladende Rosette besteht aus lanzettlichen, ledrigen Blättern mit einer Länge von bis zu 20 cm und einer Breite von bis zu 3 cm. Sie ziehen die Aufmerksamkeit durch ihre ungewöhnliche, quer verlaufende Musterung auf sich, die durch eine große Anzahl weißlicher und gelblicher, flaumiger Plättchen entsteht. Die wenigen, drei Zentimeter langen, weißen Blüten bilden einen komplexen, kopfartigen, ährenförmigen Blütenstand.
Cryptanthus Fosterianus
Mehrjährige Exotenpflanze aus Ostbrasilien. Sie ähnelt dem Cryptanthus zonatus. Ein besonderes Merkmal sind die längeren, bis zu 40 cm langen und schmaleren, bis zu 4 cm breiten Blätter. Die sehr farbenprächtigen, gewellten, rötlich-braunen Blätter mit einem zickzackförmigen Streifen mit silbriger Schattierung und einer schuppigen Rückseite bilden eine bezaubernde Rosette. Der blühende Cryptanthus bildet einen komplex geformten, kopfartigen Blütenstand mit äußeren, vierblütigen und inneren, zweiblütigen, weißen Ährchen.
Cryptanthus bromeliodes
Diese Art zeichnet sich durch einen Stiel aus, der mit steifen, gewellten Blättern mit gezahnten Rändern bedeckt ist. Die Farbe variiert von grün-bronze bis rötlich-kupferfarben. Die Oberseite des Blattes ist glatt, die Unterseite ist schuppig. Der Blütenstand ähnelt einem Ährchen und ist mit kleinen, linearen, weißen Blüten verziert.
Cryptanthus-Pflege in Innenräumen
Für den pflegeleichten Cryptanthus sind neben seinem natürlichen Standort botanische Gärten, Terrarien oder warme Gewächshäuser die besten Wohnorte. Er wird sich auch zu Hause bei unerfahrenen Pflanzenliebhabern hervorragend entwickeln. Dazu muss man nur für eine angemessene Pflege sorgen und die Anbaubedingungen erfüllen.
Standortwahl
Helle Standorte mit hellem, indirektem Licht sind für den „Erdstern“ angenehm. Er wird an Ost-, West- und Südfenstern eine schöne, kontrastreiche Blattfärbung haben.
Temperatur
Eine relativ konstante Lufttemperatur von etwa 18–25 °C, im Winter bis 15 °C. Regelmäßiges Lüften ist wünschenswert, Zugluft vermeiden.
Gießen und Luftfeuchtigkeit
Ein leicht ausgetrocknete oberste Schicht des Bodens signalisiert, dass der „Erdstern“ in der warmen Jahreszeit dringend gegossen werden muss. Im Winter halten wir die Erde feucht. Im Gegensatz zur Verwandten Echmea muss man bei Cryptanthus nicht Wasser in die Rosette gießen. Staunässe im Untersetzer ist nicht erlaubt.
Die Luftfeuchtigkeit sollte für eine angenehme Haltung des Cryptanthus bei etwa 60 % liegen. Dies wird durch regelmäßiges Besprühen erreicht. Das Wasser sollte weich und warm sein. Das Abwischen der Blätter ist nicht notwendig.
Substrat und Düngung
Nährstoffreichen und fruchtbaren Boden für Bromelien kann man leicht im Geschäft kaufen. Es ist auch nicht schwierig, die Erdmischung selbst herzustellen. Ihre Zusammensetzung: zuvor zerkleinerte Kiefernrinde, Torf, Blätterde, Sphagnum, Humus (3:1:1:1:0,5). Der untere Teil des Topfes sollte zu einem Drittel aus Drainage bestehen.
Während der Wachstumsperiode benötigt der „Erdstern“ monatlich eine Düngung mit wasserlöslichen Düngemitteln, die wenig Stickstoff enthalten und gar kein Kalzium.
Umpflanzen und Vermehren von Cryptanthus
Das Umpflanzen von Cryptanthus ist nicht schwierig. Die Wurzeln der Pflanze sind klein, und da sie langsam wächst, muss sie nur selten in breite und flache Töpfe umgepflanzt werden. Blühende Exemplare werden jährlich umgepflanzt.
Die Vermehrung des „Erdsterns“ mit Ablegern ist einfach, sobald diese eine Höhe von 20 cm erreicht haben. Man trennt den Ableger vom Mutterpflanze und pflanzt ihn in einen nährstoffreichen Boden, den man unbedingt besprühen muss.
Man kann auch aus Samen eine schöne Pflanze ziehen. Die Samen werden in eine Mischung aus Sand und Torf gesät, es werden Bedingungen für ein Mini-Gewächshaus geschaffen, hohe Luftfeuchtigkeit und hohe Temperaturen werden aufrechterhalten. Die Sämlinge mit 3–4 Blättern werden pikiert und in separate Töpfe an ihren endgültigen Standort gepflanzt.
Krankheiten und Schädlinge
Durch regelmäßige Kontrolle des geliebten Exoten kann man das Auftreten von Insektenschädlingen auf dem Cryptanthus vermeiden. Wenn Spinnmilben, Weiße Fliege, Wollläuse oder Schildläuse auf der Pflanze auftreten, behandelt man sie sofort mit einer Seifenlösung und verwendet bei Bedarf Insektizide.
Schwierigkeiten, die beim Anbau auftreten können:
- Die Blätter sind mit blassbraunen Flecken bedeckt – direkte Sonneneinstrahlung hat die Pflanze getroffen.
- Die Blattspitzen werden trocken – die Luft im Raum ist zu trocken.
- Welkende Blätter deuten auf einen Wassermangel oder eine Überwässerung des Bodens hin. Man muss die Ursache schnellstmöglich ermitteln und das Problem beheben, um seinen Liebling nicht zu verlieren.
- Blasse Blätter können durch Lichtmangel verursacht werden.
- Eine übermäßige Bewässerung, niedrige Temperaturen oder Zugluft können zum Verfaulen der Rosette führen.
- Die konsequente Einhaltung der Pflegehinweise wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden und das schöne Aussehen des Cryptanthus aus.











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